Auf die Aufgaben kommt es an!

Erfolgreicher kompetenzorientierter Unterricht in heterogenen Lerngruppen folgt klaren Kriterien:

1. Eine Aufgabe kann Schüler/innen nur erreichen, wenn sie herausfordernd gestellt wird, wobei mit dieser Prämisse der Herausforderung auch der Nutzen gemeint ist.

Wenn Schüler/innen erkennen, wofür die Lösung und Erarbeitung einer Aufgabe, einer Problemsituation nützlich ist, ist die Motivation deutlich höher.
Der Lernende darf weder unter- noch überfordert werden. Die Aufgabe muss ihn genau an der Stelle im Lernprozess erreichen, an dem er steht, bzw. am besten etwas darüber - in der sog. Zone der nächsten Entwicklung (Wygotski).
Das bedeutet, eine Lehrkraft muss den Lernstand der Lerngruppe präzise kennen (vgl. Pädagogische Diagnostik), um die Aufgaben genau entwickeln und anpassen zu können. Als hilfreiches didaktisches Planungsinstrument  eignet sich  das “Kompetenzraster”, das wir in vielen Jahren entwickelt haben. 
(vgl. Unterrichtsentwicklung).

2. Die Bedeutung des selbstgesteuerten Lernens spielt eine weitere wichtige Rolle.
Aufgaben sollten so gestellt werden, dass Schülerinnen und Schüler in großen Teilen ihr Vorgehen eigenständig planen, umsetzen und reflektieren können. Dies kann u. a. dadurch erreicht werden, dass es Instrumente bspw. Kannlisten gibt, mit deren Hilfe der/die Lernende weiß, wo er/sie  steht und an denen er/sie sich orientieren kann.

3. Klarheit sowie Strukturiertheit der Aufgabenstellung sind ein weiteres wichtiges Kriterium.
Die Schülerinnen und Schüler müssen sowohl sprachlich als auch inhaltlich genau verstehen, worin der jeweilige Arbeitsauftrag besteht.
So spielen sog. Operatoren ( Verben, die eine Tätigkeit eines Schülers benennen) eine zentrale Rolle.


Die Möglichkeiten der Aufgabenformate sollte alle Möglichkeiten ausschöpfen, die sich in dieser Frage bieten:
Man unterscheidet

  • geschossene
  • halboffene
  • offene Aufgaben.

Wenn Schüler/innen bspw. über einen eher niedrigen Wissens- und Könnensstand verfügen, sind geschlossene Aufgaben möglicherweise eher zielführend, da sie nur eine richtige Lösung besitzen. Sie benötigen darüber hinaus eine eher niedrige Eingangsschwelle, um den Lerner zu ermutigen.

Für Schüler/innen mit höherem Lernentwicklungsstand sind eher offene Aufgaben geeignet. Sie verfügen über mehrere Lösungen sowie über mehrere Darstellungsmöglichkeiten.

Das Institut für Unterrichtsentwicklung und Evaluation hat ein Seminar für Lehrende aller Schulformen entwickelt, das genau diese Fragen in den Mittelpunkt stellt.
Unseren aktuellen Flyer mit Terminen finden Sie hier.