Teamfähigkeit ist eine wichtige und zukunftsweisende Schlüsselkompetenz für Schülerinnen und Schüler.

Wir haben ein Modul für Sie entwickelt, das die Sozial - und Personalkompetenzen der Lernenden entwickelt und dabei nicht nur auf den systematischen und gezielten Einsatz kooperativer Lernformen setzt, sondern darüber hinaus eine Einführung die "neue Lern- und Arbeitskultur" darstellt.

Kooperation

Um überfachliche Kompetenzen, vor allem im sozial-kommunikativen, methodisch-strategischen und personalen Lernbereich entwickeln zu können, müssen die Schülerinnen und Schüler im Unterricht lernen, wie beispielsweise Probleme miteinander gelöst werden können und die zur Verfügung stehende Arbeitszeit optimal genutzt werden kann. Dabei sollen sie u.a. lernen, sich selbst und ihre Arbeitsweisen kritisch zu hinterfragen, aber auch Methoden kennen lernen, wie effektiv miteinander gearbeitet werden kann. Hierfür eignen sich alle Unterrichtsformen, die kooperatives Arbeiten fördern.

Es gibt viele verschiedene Formen des kooperativen Lernens. Das kanadische Lehrerehepaar Green hat eine eigene Form des kooperativen Lernens entwickelt und mit vielen LehrerkollegInnen im Schulbezirk Durham (Kanada) erprobt. 
Das Grundprinzip dieser Form des kooperativen Lernens ist es, Schülerinnen und Schüler sowohl individuell als auch gemeinsam im Unterricht arbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Ermöglicht wird dies im geplanten Wechsel zwischen Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit.

Kooperatives Lernen nach Green stellt somit eine Methode für kompetenzorientierten, individualisierenden und differenzierenden Unterricht dar! Gerade in heterogenen Lerngruppen kann mit kooperativen Lernarrangements für alle Schülerinnen und Schüler erfolgreiche Lernsituationen geschaffen werden.

So übernimmt jeder Schüler durch gezielte kooperative Möglichkeiten die Verantwortung für alle. Die Gruppen sind nicht homogen, sondern bewusst heterogen. Teambildende Maßnahmen helfen, eine Gruppenidentität herzustellen. Die Aufgaben werden in der Gruppe verteilt. Soziale Kompetenzen werden in jeder Arbeitsphase des Kooperativen Lernens durch die gemeinsame Aufgabe systematisch erlernt und praktiziert. Am Ende jeder Arbeitsphase wird sowohl der Inhalt des Lernstoffes als auch der Gruppenprozess während der Arbeit reflektiert und bewertet.

Die kooperativen Methoden schaffen Situationen, in denen sich die Schüler gegenseitig Lerninhalte vermitteln und sich beim Lernen unterstützen. Dieses „Lernen durch Lehren“ ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sowohl für die leistungsschwächeren, als auch für die leistungsstärkeren Schüler nachhaltiger und effektiver.

„Think·Pair·Share“ (nach Norm Green) benennt eine grundlegende Vorgehensweise des Kooperativen Lernens. Zunächst arbeitet der Schüler für sich alleine, sammelt Ideen und macht sich Notizen (think). Anschließend werden die Ergebnisse der Überlegungen mit anderen geteilt, z.B. mit dem Partner oder der Gruppe (pair). Dadurch findet ein „geschützter“ Austausch statt, der eine wechselseitige Ergänzung, die Kontrolle des eigenen Verständnisses im sicheren Kontakt mit den anderen gewährleistet. Erst am Schluss kommt der Schritt in das Plenum, indem die Ergebnisse der Klasse und der Lehrkraft gezeigt, mit allen besprochen und bewertet werden (share).

Kollaboration

Bei der Kollaboration arbeiten Personen oder Teams parallel gemeinsam an einem Teil des Endergebnisses. Der Unterschied zur Kooperation: Ein einzelner Lernender oder ein Team sind in die Produktion aller Ergebnisse eines Projektes involviert. Die Kollaboration erfolgt dabei sequentiell, d.h. fortlaufend. Die soziale Wissenskonstruktion bzw. KoKonstruktion von Wissen ist hier Mittelpunkt.

Während also kooperatives Lernen auf das Ergebnis des Lernprozesses fokussiert ist bzw. das gemeinsame Produkt oder die Ergebnispräsentation, steht beim kollaborativem Lernen hingegen der gemeinsame Arbeitsprozess im Zentrum. Durch kollaborative Tools wie Padlet, Etherpad oder Lernplattformen werden Lernende gefördert, ihr Wissen mit anderen zu teilen und sich das Wissen anderer zu eigen zu machen und auf diesem Weg gemeinsam Probleme zu lösen. Dahinter steht einer der drei maßgeblichen Gründe, die Bildungsforscher für die Notwendigkeit von kollaborativer Kompetenz benennt: 

 
PISA definiert diese Kompetenz als die Fähigkeit, sich effektiv und zielorientiert am Lösungsprozess einer Problemsituation mit mindestens zwei Akteuren bzw. im Team zu beteiligen, bei dem die Akteure das für die Lösung notwendige gemeinsame Verständnis herstellen und die notwendige gemeinsame Anstrengung aufbringen sowie ihr Wissen, ihre Fertigkeiten und ihre Anstrengungen vereinen.

Die zu lösenden gesellschaftlichen Probleme der Zukunft seien so komplex, dass sie nur mit kollektiver Intelligenz bearbeitbar sein werden.

 Miteinander und voneinander lernen - wir zeigen Ihnen, wie das gelingen kann.